Schicksalhafte Begegnungen

Die zweite Berührung mit der Bereitschaftspflege

Und plötzlich, völlig unerwartet erlebten wir das Elend vieler Kinder hautnah.

Mein Vater lernte 2007 seine heutige Frau (meine Stiefmutter) kennen und kurze Zeit später wurden wir einander vorgestellt.

Sie war schon seit vielen Jahren Bereitschaftspflegemutter und betreute in über 20 Jahren an die 100 Kinder, wovon etwa 20 bis zur Verselbstständigung bei ihr blieben. Natürlich nicht gleichzeitig aber oft lebten 5 Kinder in Ihrem Haushalt und hin und wieder kam ein Bereitschaftspflegekind für unbestimmte Zeit hinzu…

es war wie ein besonderes Schicksal, so hautnah damit in Berührung zu kommen

Ich erinnere mich ich gut an einen Freitagabend; wir haben zusammen gegrillt und saßen noch gemütlich bei einem Glas Wein auf der Terrasse als spät am Abend das Telefon klingelte.

Der Kinderschutzbund kündigte ein junges Mädchen an, welches wenig später tatsächlich im Schlafanzug und völlig verloren vor uns stand. Kurz wurden die wichtigsten Informationen ausgetauscht und sollte man meinen, die Kleine müsste völlig verängstigt oder eingeschüchtert sein, würden wir alle getäuscht. Nach dem ersten Schrecken, saß ein absolut selbstbewusstes Mädel vor uns was uns knallhart erzählte, wie spannend das alles war, als eben die Polizei kommen musste weil Mama und Papa sich immer so viel streiten und hauen…

Diese Begegnung beeindruckt mich bis heute zutiefst; wenn ich mir vorstelle was so ein Erlebnis mit meinen Kindern gemacht hätte?! -in dem Alter hätten sie vermutlich alles zusammengebrüllt und man hätte sie mit mindestens vier Leuten aus der Wohnung tragen müssen…

was mögen solche kleinen Wesen erlebt haben, dass sie in so jungen Jahren bereits ein so angepasstes Verhalten zeigen?

Mit dieser Frage ging ich an jenem Abend schlafen und wusste, was ich nach dem Wochenende tun würde. Ich würde es endlich wagen mich mit unserem zuständigen Jugendamt in Verbindung setzen und endlich den ersten Schritt machen um selber Bereitschaftspflegemutter zu werden.

Gesagt, getan! Gleich Montagmorgen wurde ich mit „unserem“ Pflegekinderdienst verbunden und wir vereinbarten einen Termin für ein erstes Informationsgespräch im Jugendamt.


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